Nachdenken

von Uwe Sachse

Die Fähigkeit, dankbare Rückschau zu halten, etwas abzuschließen und etwas Neues zu beginnen, fällt uns modernen Menschen oftmals recht schwer. Das liegt vielleicht an der Art und Weise, wie wir leben (leben müssen). Wir sind das nicht gewohnt. Bei der Nutzung der Vielzahl technischer Geräte - so schön und nützlich wie sie sein können – erleben wir kein Ende und keinen Anfang, sondern ein Aus- und Einschalten. Im Prinzip geht alles immer so weiter wie bisher.

Ich denke an das „Abendlied“ bzw. „Der Mond ist aufgegangen“ – ein Gedicht von Matthias Claudius (1740-1815). Er war nicht allein als Dichter, sondern auch als Journalist und Bankrevisor tätig. Kriegsereignisse und der Tod von Angehörigen haben ihn zu einem sehr nachdenklichen Menschen gemacht. So ist es auch beeindruckend, welche Gedanken sich der Dichter anlässlich des zu Ende gehenden Tages macht:

     Der Mond ist aufgegangen.
     Die gold'nen Sternlein prangen
     am Himmel hell und klar.
     Der Wald steht schwarz und schweiget
     und aus den Wiesen steiget
     der weiße Nebel wunderbar.

Das ist nicht einfach nur ein „Ausschalten“ und zu Bett gehen. Claudius freut sich und staunt hier über ganz einfache Dinge, die man aber nur zur Kenntnis nehmen kann, wenn man genau beobachtet. Der Tag bettet sich zur Ruhe. Verschiedene Naturereignisse nehmen ihren Lauf und er lässt sich sozusagen in diese Ruhe mitnehmen.

In der Bibel heißt es:
„Wenn ich anschaue deinen Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: Was ist der Mensch, daß du sein gedenkst, und des Menschen Sohn, daß du auf ihn achthast?“ (Psalm 8, 3-4)

Matthias Claudius kannte die Bibel und wußte: Der große Gott, der alles das gemacht hat, was meinen Verstand übersteigt, der denkt auch an mich und gibt auf mich acht!

In einer weiteren Strophe seines Liedes heißt es:

     Seht ihr den Mond dort stehen?
     Er ist nur halb zu sehen,
     und ist doch rund und schön!
     So sind wohl manche Sachen,
     Die wir getrost belachen,
     weil unsre Augen sie nicht sehn.

Der Mond, so wie er sich zeigt, ist Matthias Claudius außerdem noch ein guter Lehrmeister. Das, was wir vom Mond sehen, ist  nicht alles. In Wirklichkeit ist er rund und nicht sichelförmig. Er hat eine Rückseite.
Matthias Claudius litt unter dem Stolz und dem Hochmut der Menschen. Er wollte einfältig, fromm und fröhlich seinen Weg mit Gott gehen. Er suchte die Nähe zu Gott und freute sich auf die ewige Gemeinschaft mit ihm.

Diese Freude und diese Perspektive bietet Gott auch Ihnen an!

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